Freitag, 11. November 2011

Ach Mensch ...

... da freu ich mich seit 2 Wochen drauf, heute endlich mal wieder schwimmen und schwitzen zu können. Die wichtigsten Termine sind durch, das Trollmädchen ist bei der Freundin und der kleine Troll wird nachher abgeholt. Die Schwimmtasche steht gepackt im Kofferraum.

Nun ist der Hals wieder dick, der Druck im Kopf wird größer und die Gedanken scheinen immer langsamer zu fließen, als ob sich die grauen Zellen zu einer zähflüssigen Soße zersetzt haben. Die Nase tropft auch ... und ich warte nur noch auf den Start zum Martinsumzug, schließlich hat der kleine Troll mit viel Mühe aus einem gefundenen Ast einen Laternenstab gebastelt, weil die vorhandenen irgendwie alle nicht das Gewicht seiner Laterne gehalten haben.

Die Trolljente wird sich also tapfer in die warmen Sachen packen, die sie sich in der Mittagspause noch geholt hat, krächzend statt singend langsam durchs Dorf bewegen und anschließend am Lagerfeuer Punsch trinken ... und dabei von Tee mit Honig und einem warmen Bett träumen ...

Donnerstag, 10. November 2011

Oh es riecht gut ...

... in meiner Küche. Als ich aus meiner Biokiste die ersten Orangen auspackte, dachte ich sofort daran, jetzt rechtzeitig für die Weihnachtsbäckerei Ellens Rezept für Orangenzucker ausprobieren zu können. Und weil meine Gedanken immer gleich weiterwandern, fiel mir das Glas Kräutersalz ein, das seit dem Sommer im Kühlschrank ruhte ... ebenfalls nach einem Post von Ellen entstanden, aber an die Trollfamilie und mein eigenes Kräuterbeet angepasst mit Oregano, Zwiebeln und Knoblauch ...

Während der Teig für mein Kürbisbrot gehen durfte, trocknete also mein Kräutersalz so langsam im Backofen vor sich hin, wärmte den Ofen vor und lockte das große Trollmädchen noch einmal aus dem Bett.

Und wenn die Trolljente den Abend sowieso in der Küche verbringt, ging es dann gleich weiter. Eine große Schüssel Ingwer wurde Schritt für Schritt kandiert . Wieder ein irrer Duft, der durch die Wohnung strömte ... irgendwie auch ein Herbstduft bei mir ...

Mit solchen Düften in der Nase kann ich mich so langsam auch mit dem November anfreunden.

Und wisst Ihr was ... ich geh jetzt in die Küche und schmier mir noch ein Brot ... mit Butter und Kräutersalz drauf ... hhhmmmmm

Dienstag, 8. November 2011

Gelassenheit ...

... fehlt mir im Moment. Und reichlich Schlaf ... aber dafür reicht die Zeit leider nicht wirklich.

"Mama, darf ich übermorgen zum Kindergeburtstag?" fragt das Kind, kaum sind wir nach der Fahrt in die Inselhauptstadt wieder zu Hause angekommen. Ansich keine Frage, wären da nicht ein Meerschweinchenstall, der dringend ausgemistet werden muss und ein großer Stapel Kisten voller Spielzeug und Bastelzeug, der so langsam abgebaut werden soll, schließlich stehen jetzt im Mädchenzimmer alle Schränke und Regale da, wo sie hingehören und auch eine Weile stehen bleiben sollen. Und wäre da nicht der weite Weg in den Spielzeugladen, so langsam werden die Kinder großer und die Wünsche konkreter, vorbei ist die Zeit, in der die Trolljente in die große Geschenke-Vorrats-Kiste greift ... Geschenke gibt es nur in der nächsten Stadt, in die wir dann noch mal "Schnell" fahren.

"Mama, wann fahren wir endlich mal wieder in die Schwimmhalle?" fragt der kleine Troll am Samstag. Berechtigte Frage, erst recht, wenn er jetzt doch endlich schwimmen lernen will. Und eine gute Idee für den Nachmittag, an dem das große Trollmädchen zum Kindergeburtstag ist. Aber der kleine Troll möchte in eine Schwimmhalle, in der das Becken, in dem man nicht stehen kann, auch warm ist. Also fällt die um die Ecke schon mal aus ... ich mag es ehrlich gesagt auch warm, wenn ich ihn halten und ihm zuschauen soll und mich nicht selber richtig bewegen kann. Bleiben 3 Schwimmhallen übrig im Umkreis von so einigen zig Kilometern ... jeweils fast am anderen Ende der Insel. Wir entscheiden uns für die in Richtung der Geburtstagsfete und fahren so, dass wir auf dem Rückweg das große Trollmädchen gleich abholen können. Voller Eifer packt der kleine Troll seine Sachen zusammen ... und steht eine Stunde später mit mir vor einer Schwimmhalle, aus der so gar kein Lichtstrahl kommt. Ein großer Zettel an der Tür verkündet 5 Tage Wartungsarbeiten ...und wir haben 2 Stunden Zeit übrig, zu wenig, um noch einmal nach Hause zu fahren, zu dunkel und zu kalt für einen Spielplatzbesuch und selbst zu traurig für einen Besuch in einer Eisdiele ...

"Mama, denkst Du dran, dass Du mich morgen später von den Pfadfindern holst als sonst". Ach Du je, der Grund für den verlängerten Heimabend war der Trolljente seit einer knappen Woche bekannt ... ein Abschied ... und dafür hatte doch die Trolljente schon eine Geschenkidee ... und den Stoff und die Zutaten ... fehlten nur noch 2 bis 3 Stunden Zeit ... die fehlen mir heute an Schlaf.

"Mama, wo ist mein Dremel hin? fragt der kleine Troll am Morgen. Muss ich erwähnen, dass ihm diese Frage einfällt, während das große Trollmädchen schon Schuhe anzieht und das Nachbarskind schon am Auto wartet. Immerhin fällt ihm noch ein, dass dieser vor einer Woche in der Tasche in der Küche stand. Aber wo steht er jetzt? Jacke, Schuhe, Ranzen ... alles ist unwichtig, er hatte seinem Erzieher versprochen, ihm den Dremel zu zeigen ...

Bleibt noch zu erwähnen, dass ich zwei schmollende Kinder und ein wahrscheinlich kopfschüttelndes Nachbarskind vor der Schule gerade noch pünktlich aus dem Auto lassen konnte, nach dem Schulbus, der die enge Straße blockiert, und nachdem das Müllauto vor meiner Nase gefühlte 100 Tonnen umgefüllt hat, an der Stelle, an der es zum Parkplatz geht ...

Kann denn nicht mal was wie geplant funktionieren ... ich morgens schon wissen, was der Tag so alles bringen wird? Aber ganz ehrlich, irgendwie wäre das auch wieder langweilig ...

Mittwoch, 2. November 2011

75 Minuten Pause ...

... zwischen Verlassen des Schreibtisches und Beginn der Teamsitzung reichen, um:
  • nach Hause zu fahren
  • 2 schon von weitem quiekende Meerschweinchen mit neuem Grünfutter zu versorgen (ein Dank an Frau Nachbarin für die leckeren Blätter, die mir das Sammeln der doch immer kleiner werdenden Löwenzahnblätter erspart haben)
  • das letzte Geschirr vom Frühstückstisch in den Spüler zu räumen, da die Zeit zwischen dem letzten Löffel Müsli und dem Verlassen der Wohnung gerade noch so zum Zähneputzen gereicht hat
  • die aktuelle Tageszeitung zumindest ansatzweise zu lesen ... oder nennen wir es lieber zu überfliegen
  • Hefe aus dem Kühlschrank und geriebenen Kürbis aus dem Gefrierer zu holen, damit nach Feierabend das Brot für die Schulstullen gebacken werden kann
  • ein nicht spülergeeignetes Bierglas abzuwaschen und zu polieren
  • einiges luftgetrockenete Geschirr an seinen Platz zu räumen
  • die leere Wasserflasche im Rucksack durch eine volle zu ersetzen und den Proviant um eine Tüte Äpfel zu ergänzen
  • 5 recht großflächig illustrierte Seiten einer Frauenzeitschrift zum Thema "Mütter und Kinder" zu lesen
  • 10 Minuten mit geschlossenen Augen zu liegen und sich dann vom Wecker aus einem komaähnlichen Tiefschlaf reißen zu lassen
  • 27 Mails zu holen und in die jeweiligen Ordner zu sortieren, wobei der Inhalt der meisten Mails entweder bekannt und unwichtig war
  • leere Glasflaschen zur Entsorgung transportgerecht  einzusacken
  • ins Auto zu springen
  • unterwegs die Glasflaschen zu entsorgen zu einer Zeit, in der man nicht eh schon zu spät unterwegs ist, aber den Nachbarn den Lärm zumunten kann
  • beim Ankommen den Ranzen des Kindes vorzufinden, den man eigentlich vorhin schon mitnehmen wollte, und jetzt so zu plazieren, dass man ihn nicht wieder vergisst
  • eine Kollegin schnappen und ein paar Fotos im MMM-Outfit machen zu lassen, auch wenn das Licht alles andere als ideal dafür ist
und pünktlich an Ort und Stelle zu sein ... der Alltag eben ...

Dienstag, 1. November 2011

Ach ja ...


... wie viel Gemeinsamkeiten doch die Worte "getäuscht" und "enttäuscht" haben, wie nah sie sich sind ... manchmal ist das eben so ...