Mittwoch, 15. Dezember 2010

Ziemlich ruhig...

... ist es hier geworden. Aber die Trolljente hat gerade nicht viel zu erzählen.

Mal ist sie selber krank und versucht, Familie, Job und Haushalt trotzdem irgendwie zu schaffen. Ist sie wieder gesund, wird ein Kind krank. Ist das Trollkind wieder gesund, ist die Trollmama wieder krank ... und sind gerade alle gesund, versucht die Trolljente, alles liegengebliebene halbwegs aufzuarbeiten.

Warum ist man gerade in der Vorweihnachtszeit so anfällig gegen Vieren und Bakterien, wo man doch viel lieber noch mehr Plätzchen backen würde, Geschenke basteln oder ab und an auch kaufen, mit den Kindern gemütlich um den Adventskranz sitzen, Plätzchen essen ...

Nein, das soll keine Jammermail sein ... und ein bisschen von den tollen Dingen hat die Trollmama mit den Trollkindern auch schon gemacht. Aber was? Das wird hier natürlich noch nicht verraten, schließlich war es ja in geheimer Mission im Auftrag des Weihnachtsmannes. Und zum Glück sind noch 10 Türchen zu, noch 10 Tage, in denen wir noch ganz viele schöne Dinge tun wollen...

Freitag, 3. Dezember 2010

Schön...

... dass die Straßen wieder frei sind. Nicht dass ich heute das dringende Bedürfnis habe, wieder Über-Land-Abenteuer zu erleben, aber es ist einfach schön zu wissen, dass ich wieder losfahren könnte, wenn ich wollte.

... dass auch wieder eine Zeitung im Kasten ist und wieder bunte Kataloge im Briefkasten, die mich noch auf so diverse Weihnachtswunschideen bringen könnten.

Und es ist schön, dass die Trollkinder wieder in der Schule sind und ich noch eine Stunde Ruhe genießen kann bei einer Tasse leckeren Cappuccino und den Zeitungen von gestern und heute, bevor ich damit die nächsten Kinderschuhe zum Trocknen ausstopfe...

Donnerstag, 2. Dezember 2010

So ...

... sieht es bei uns aus ... oder sah es aus, als es draußen noch hell war.


















Gestern waren noch Streifen vom Asphalt zu sehen, heute ist diese Straße nicht passierbar gewesen.


















Hier kommt man mit guten Reifen noch lang, aber auf die Hauptstraße nur durch ein Nadelöhr, der dort zuständige Schneepflug hat einen schönen Wall geschoben.


















Die Kinder nutzen den schulfreien Tag. So schön kann der Winter auch sein ...
























... und so auch.

Bimbimbim...

... macht mein Telefon, als ich heute schlaftrunken ins Bad wanke. Und schon schnarrt der Anrufbeantworter. Ich verstehe mit halbem Ohr Fragmente, höre etwas von nicht fahrenden Bussen - welche Busse? - hier fährt doch eh keiner. Was will mir der Anrufer damit sagen.

So langsam werde ich wach und verstehe, gemeint sind die Busse auf der Insel, die unter anderem auch zur Schule fahren, die Busse, mit denen die meisten Kinder in unsere Schule auf's Dorf kommen. Hier fährt eh kein Bus, meine Kinder sind auf Fahrgemeinschaften und Mama-Taxi angewiesen. Ein Blick aus dem Fenster sagt mir dann, dass auch mein Auto, das sich gestern noch so tapfer durch die Schneewehen gekämpft hat, heute keine Chance hätte ...

Ich bin glücklich und sehr froh, mein großes Trollkind gestern doch noch abgeholt zu haben, die Mutter der Tochterfreundin hatte angeboten, mein Kind auch mit zu sich zu nehmen. Wann hätte ich es dann wohl das nächste Mal gesehen?

Und jetzt werd ich mich auch mal ganz warm einpacken, den Fotoapparat schnappen und mal schauen, wie es außerhalb der Fenstersicht so aussieht...

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Ein Winterabenteuer ... oder der kurze Weg kann ganz schön lang sein

Normalerweise fährt das große Trollkind zu den Pfadfindern, um Abenteuer zu erleben. Aber ab und an ist das Abenteuer nicht der Heimabend, sondern die Abholung durch die Trollmama ...

Es hat geschneit, der Winterdienst ist bereit, aber wer natürlich schneller und kräftiger ist bei uns ... ist der Wind. Und der lässt die Schneeflocken tanzen, kaum kommen sie auf dem Feld zur Ruhe, werden sie wieder aufgewirbelt, tanzen auf der Straße weiter. Wenn sie Glück haben, werden sie noch mal aufgewirbelt und landen auf der andere Straßenseite. Wenn sie Pech haben, ist der Tanz an der Leitplanke zu Ende. Und davon hat man in den letzten Jahren hier viele aufgestellt, was der Straße nach einem Tag wie heute so ein klein wenig den Querschnitt einer flachen Badewanne gibt. Noch ein paar Tage Schneefall und der Schneepflug kann zwar den Schnee schieben, aber  wohin? Und was man natürlich wieder nicht aufgestellt hat, zumindest an den Straßen, auf denen ich immer zur Inselhauptstadt fahre, sind die grünen Schneezäune. Das hat natürlich zwei große Vorteile. Die sehr diebstahlgefährdeten Schneezäune sind in ihrem Quartier gut geschützt und halten so noch ein paar Jahre. Und die Schneeflocken haben mehr Freiheit, wenn der Wind sie zum Tanzen einlädt...

Aber das große Trollkind war nun mal in der Inselhauptstadt und sollte am Abend wieder nach Hause, da musste sich die Trollmama eben ins Abenteuer Landstraße bei Schneetreiben stürzen. Gewappnet mit Schneeschieber im Kofferraum, als Winterstandardausrüstung die Regenhose, dicke Wollsocken und sehr hohe Gummistiefel griffbereit, das Handy gut aufgeladen...

Der erste km ging auch ganz gut, die Schneewehe an der Auffahrt zur Hauptstraße ließ sich noch durchfahren. Und da hab ich mich dummerweise für die kürzere Strecke entschieden ... nach nicht einmal einem weiteren km tauchte links ein Warnblinker auf, aber nur einer. Beim Näherkommen war klar, der Rest des Autos stand auf dem Feld, der Fahrer wartete auf größere Technik.

Weiter gings, mal fast freie Straße, mal 20 cm und mehr lockerer Schnee, als Erholung zwischendurch ein Ort ... da war die Straße sogar schwarz. Und Richtungswechsel, eine inzwischen stark ausgedünnte Allee. Der Wind kam ab da immer schön von links. Links Felder und Felder und rechts Felder und Felder und Leitplanken. Mal ist es gespenstisch, allein auf der dunklen Straße unterwegs zu sein, aber gleichzeitig ist es doch sehr angenehm, die Straße für sich allein zu haben, zu wissen, dass hinten niemand drängelt, und kein Gegenverkehr, der mich an die rechte Seite zwingt, das versucht ja schon der Wind genug.

Neben mir im Auto ein kleines Trollkind, das die Zweisamkeit mit Mama nutzen will und ganz viel zu erzählen hat. Aber die Trollmama muss zugeben, dass ihre Aufmerksamkeit größtenteils dem Fahren selber gilt. "Mama, wenn ich Dich ablenke und Du in diesem Schneesturm nichts siehst, kann es ja passieren, dass Du gegen einen Baum fährst" resümiert das Trollkind ganz vernünftig und schnattert weiter, während die Trollmama beruhigend erzählt, dass sie weiß, dass die Straße immer geradeaus geht und die Mitte auch im Schneesturm finden wird ... und ganz froh ist, die Lichter der großen Inselhauptstadt zu sehen.

Für den Rückweg haben wir uns dann gut gestärkt, lieber im Auto Bockwurst mit Brötchen auf dem Schoß zum Abendessen als hungrig in einer Schneewehe vom gesunden heimischen Abendessen träumen. Und diesmal wählte die Trollmama den Umweg nach Hause, die Straße, die mehr durch den Wald führt, entlang, weiter dann doch noch ein Stück durch tanzende Schneeflocken, vorbei an dem Baum, an dem Auto Nr. 3 vor Jahren seine letzte Fahrt beendet hat (zur Beruhigung, von all meinen anderen Autos habe ich mich aus Altersschwäche trennen müssen), und zum Schluss die noch nicht wieder zugewehte Feldstraße bis nach Hause.

Jetzt werde ich das Zeitungspapier in den Kinderstiefeln wechseln und dann lauschen, was der Wind noch so zu erzählen hat...